Das Handy-Verbot im Frankfurter Universitätsklinikum wird mit Wirkung vom 1. Februar 2007 aufgehoben. Von da an dürfen Patienten, Besucher und Beschäftigte des Uniklinikums ihre Handys in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Klinikums benutzen. In sensiblen Klinikbereichen wie Intensivstationen und Operationssälen dürfen weiterhin keine Mobiltelefone benutzt werden.
Die Klinikleitung begründet diese Entscheidung unter anderem mit Erfahrungswerten der Medizinischen Hochschule Hannover und des Uniklinikums Gießen und Marburg. Für die Geschäftsführung des Gießener Standorts bestehen nach einer eigenen wissenschaftlichen Untersuchung der Universität vor sieben Jahren keine Einwände gegen die Nutzung von Mobiltelefonen auf normalen Stationen außerhalb der genannten sensiblen Bereiche und der radiologischen Einrichtungen. Der Vorstand der Medizinischen Hochschule Hannover genehmigt seit einer Aufhebung des Verbots Ende 1999 das Telefonieren mit Handys auf den normalen Stationen und stützt sich auf eine eigene wissenschaftliche Untersuchung. Des Weiteren untersuchte die amerikanische Mayo-Klinik in Rochester (USA)* in einer Studie aus dem Jahr 2005, ob Mobiltelefone Störungen von medizinischen Klinikgeräten auslösen können. Zu klinisch relevanten Störungen kam es laut Mayo-Studie nur bei 1,2 Prozent der Testfälle, allerdings bei einer geringen Distanz zwischen Handy und medizinischem Gerät von weniger als einem Meter.
Deshalb weist die Klinikführung in einem offiziellen Rundschreiben an alle Klinikmitarbeiter ausdrücklich darauf hin, dass ein Mindestabstand von einem Meter einzuhalten und darauf zu achten ist, die klinischen Abläufe nicht durch den Handy-Gebrauch negativ zu beeinflussen. „Um eine Störungssicherheit von medizinischen Geräten im Klinikbereich durch Handys zu gewährleisten, bitten wir alle Mitarbeiter, Patienten und Besucher um einen verantwortungsvollen Gebrauch ihrer Geräte“, erklärt Pflegedirektor Martin Wilhelm. Für die Patienten stellt diese Maßnahme einen zusätzlichen Service zu dem bereits vorhandenen Angebot von Patiententelefonen mit Mailbox-System dar.
* Jeffrey L. Tri, MSEE; Rodney P. Severson, CBET; Allen R. Firl, AS; David L. Hayes, MD; John P. Abenstein, MD, “Cellular Telephone Interference With Medical Equipment”, in: Mayo Clin Proc. 2005;80(10):1286-1290
Frankfurt am Main, 31. Januar 2007



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